Mit Frauenpower auf Platz 1

  Neben dem Süddeutschen Qualifikationswettbewerb, auf dem sich die ersten Ränge für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren, gibt es auch eine Mixed-Class, bei der alle Piloten teilnehmen dürfen. Gestern hat sich Lisa Scheller (1D) mit 107 km/h den Sieg erflogen. Sie ist damit die erste Frau an diesem Wettbewerb, die sich den Tagessieg holt und wir freuen uns sehr für sie. Der zweitplatzierte Volker Herzog (Luftsportverein Schwarzwald) war mit einem Gesamtschnitt von 113 km/h zwar schneller, jedoch hat er auch das deutlich bessere Flugzeug. Die Leistungsfähigkeit des Flugzeugen fließt über einen Index in die Wertung ein. Somit kann man auch mit etwas leistungsschwächeren Flugzeugen an der Wettbewerbsfliegerei teilnehmen ohne dadurch einen Nachteil zu haben.

Heute wird es heiß

  Der letzte Wertungstag verspricht heiß zu werden. Ein Hochdruckgebiet bestimmt unser Wetter und es wird heute nur sehr vereinzelt Wolken geben. Thermikbeginn sagt Meteorologe Bernd Goretzki gegen 12:00 Uhr vor, so dass die Wettbewerbsleitung den Start auf 12:45 Uhr plant. Da der Schwarzwald am heutigen Tag die höchste Wolkenuntergrenze mit vorhergesagten 2400m hat, legt der Sportleiter Joachim Schwenk die Aufgabe geschickt ins gute Wetter. Die Piloten der Süddeutschen Segelflugmeisterschaft bekommen heute eine Aufgabe über 229 km im Jo-Jo durch den Schwarzwald. Gewinner Tag 6 An Tag 6 haben es 2 Piloten geschafft auf Platz 1 zu fliegen. Tobias Breithaupt (LG, mitte) und Jan-Hinnerk Scheel (LM, rechts) gewinnen Tag 6 mit einem grandiosen Gesamtschnitt von 121 km/h. Platz 3 belegt Sascha Costabel (Y4, links) vom Luftsportverein Schwarzwald mit einem Schnitt von 118 km/h.

Modellflugshow am Abend

  Nach dem offiziellen Wettbewerbstag hat der Luftsportverein den Modellbauer Klaus Beck nach Winzeln eingeladen. Er hat unsere damalige Ka6 im Maßstab 1:2 bis ins Detail orginalgetreu nachgebaut. Ein ausgelassenes Publikum erfreute sich daran, wie sie im F-Schlepp in die Lüfte gezogen wurde.

Team Bernd, Thomasz, Reinhard und Sascha fliegen als Erste in den Heimatflugplatz ein

  Heute hat das Team Reinhard Schramme (unten links), Thomasz Dul (oben links), Bernd Goretzki  (oben rechts) und Sascha Costabel (unten rechts) einen grandiosen Erfolg im Verbund geflogen. Den ganzen Tag waren sie im Formationsflug, angeführt vom ehemaligen Europameister und mehrfachen Deutschen Meister Reinhard Schramme und konnten sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 119 km/h an die Tagespitze fliegen. Sie haben sich dazu entschlossen als einer der ersten abzufliegen und können ihren ersten guten Aufwind bei Titisee finden. Mit 3 m/s steigen sie an die Wolkenbasis, die mit 2800m doch etwas höher als vermutet augefallen ist. Der Rest des Fluges lief problemlos. Ab dem Kirnbergsee haben sie ihren 70 km langen Endanflug begonnen und sind an der Kante zum Schwarzwald im Gleitflug nach Hause geflogen. Mit einem Lächeln im Gesicht haben sie ihre Flugzeuge geputzt und liebevoll gestreichelt. Generell berichten alle Piloten von einem unerwartet schönen Flugtag.

Außenlandungen sind keine Notlandungen

  Das Ziel bei Streckenflügen ist es, an den Startflugplatz zurückzukehren bzw. einen Zielflugplatz zu erreichen. Allerdings kann es passieren, dass ein Pilot während dem Flug keine Thermik mehr findet und nicht ausreichend Flughöhe generieren kann. Dann heißt es entweder "Motor schmeißen" oder außenlanden. Ersteres bedeutet, dass der Pilot einen Motor aus dem Rumpf ausklappt, mit dessen Hilfe er zum Flugplatz zurückkehren kann. Solche Triebwerke werden oft auch als Heimkehrhilfe bezeichnet. Solche ausklappbaren Motoren sind weit verbreitet und tatsächlich haben alle Flugzeuge, die in der Süddeutschen Segelflugmeisterschaft der 18m-Klasse mitfliegen, einen solchen Motor. Fliegt ein Pilot mit einem Flugzeug ohne eingebauten Motor, kann er im Falle von unerwartet ausbleibendem Aufwind nicht an den Flugplatz zurückkehren. Dann muss er entweder auf einem anderen Flugplatz oder auf einer Wiese landen. Landungen außerhalb von Flugplätzen werden in solchen Fällen Außenlandungen genannt. Diese Landungen auf unbekanntem Gelände werden in der Ausbildung speziell geübt und haben nichts mit einer Notlandung zu tun. Für den Piloten heißt es dann nach der Landung warten, bis die Kollegen vom Flugplatz mit dem Anhänger kommen um ihn abzuholen. Gemeinsam wird das Flugzeug an Ort und Stelle abgebaut und im Anhänger verstaut. Pilot und Flugzeug werden zurück zum Flugplatz gefahren. Solche Außenlandungen bedeuten aber nicht zwangsläufig nur Unannehmlichkeiten für den Piloten und die Rückholer. Sie bedeuten auch Gemeinschaft mit Vereinskollegen und während den Autofahrten und dem Abbau des Flugzeugs zusammen Spaß zu haben. Zum Abschluss gibt es zum Dank meist eine Einladung seitens des Piloten zum geselligen Ausklang 😉

Vom Tellerwäscher zum Millionär..

Auch die Kleinsten im LSV helfen tatkräftig den Wettbewerb unvergesslich zu machen. Die Kinder haben einen Spülservice ins Leben gerufen, um die Piloten zu unterstützen. Sie holen das dreckige Geschirr mit einem Kettkar und Anhänger ab. Mit Hilfe einer Industriespühlmaschine und vielen fleißigen kleinen Händen geht es zack zack und das Geschirr ist wieder sauber. Als kleines Dankeschön sind Scheinchen willkommen, so können sich die Kinder am Ende des Wettbewerbes ein selbst verdientes großes Eis in unserer Fliegerklause bei Mario leisten.

Starts im Minutentakt

Das Wettbewerbsfeld startet zur Tagesaufgabe. Die ersten Piloten konnten bereits den Anschluss an die Thermik finden und auf über 2000 m steigen. Nun heißt es noch warten und oben bleiben, bis alle gestartet sind und der Sportleiter das Rennen frei gibt. Siehe Live Tracking

Luftraum FL95 ist heute die Grenze

Da die Wolkenuntergrenze heute wieder sehr hoch vorhergesagt ist, muss die Grenze zum oberen Luftraum beachtet und eingehaltet werden. Die Obergrenze des Wettbewerbsgebietes endet ab Flugfläche 95, was bedeutet, dass die Piloten nicht höher als 9500 ft über Meeresspiegel bei Standardatmosphäre steigen dürfen, dies entspricht heute 2997 m.

Tagesaufgabe am 17.6.

Wie jeden Tag hat Bernd das Wetter früh morgens schon im Blick und sagt gute Bedingungen voraus. Die Thermik setzt verspätet erst gegen 13:00 ein, so dass die Piloten noch im Schatten entspannen können. Die wenigen Wolken hauptsächlich im Schwarzwald werden eine Untergrenze von 2600m haben, dies verspricht einen guten Flugtag. Die 30 Grad Grenze wird nur im Rheintal geknackt, so dass wir uns noch ein bisschen aklimatisieren können, bevor es morgen richtig heiß wird. Aufgabe des Tages Heute haben die Piloten eine Racing Task mit 4 Wegpunkten und einer Gesamtstrecke von 219 km. Von Winzeln aus geht es nach Reiselfingen, über das Donautal nach Kloster Beuron und zurück über den Kirnbergsee in den Nordschwarzwald. Von Freudenstadt aus geht es zum Zieleinflug nach Winzeln zurück.

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